Hingucken und Einmischen - Für ein demokratisches und tolerantes Sachsen-Anhalt

Hingucken und einmischen – unter dieses Motto stellte die Landesregierung im Jahr 2007 eine Kampagne, aus der sich ein langfristiges Arbeitsfeld des Netzwerks für Demokratie und Toleranz entwickelte.

Viele unterschiedliche Projekte der Netzwerkpartner, die aus diesem Etat unterstützt werden, prägen Jahr für Jahr das Gesicht der Zivilgesellschaft in unserem Bundesland. Hier einige ausgewählte Beispiele:

Unterstützung für „Lokale Bürgerbündnisse pro Demokratie“

Die „Meile und die Meilensteine der Demokratie
Die Meile der Demokratie in Magdeburg ist ein wichtiges zivilgesellschaftliches Projekt in der Landeshauptstadt, das sich über sieben Jahre breit etabliert und weiterentwickelt hat, insbesondere durch die Meilensteine und die Woche der Stolpersteine.
Die Meile der Demokratie ist eine Initiative, die darauf reagiert, dass jeweils im Januar eines Jahres unterschiedliche rechtextreme Gruppierungen aus ganz Deutschland in Magdeburg aufmarschieren. Sie versuchen mit dieser Art des „Gedenkens“ an die Opfer des Luftangriffs vom 16. Januar 1945 zu erinnern und wollen den Nationalsozialismus geschichtsverdrehend rehabilitieren. Der Vernichtungscharakter der deutschen Kriegsführung wird verschwiegen und der Holocaust verharmlost. Zugleich dient der Aufmarsch den Nazis zur Inszenierung ihrer heutigen menschenverachtenden Auffassungen.
Die Meile setzt dem ein gemeinschaftliches, tolerantes, buntes und deutliches Zeichen für ein demokratisches und weltoffenes Magdeburg entgegen und engt den Raum für rechtsextreme, an diesem Tag zu marschieren, so weit wie möglich ein, sowohl durch die Meile selbst als auch durch die Meilensteine, die seit dem Jahr 2013 im ganzen Stadtgebiet zusätzlich Flagge zeigen. Überall in der Stadt finden vielfältige und friedliche Aktionen statt. Sie zeigen: Magdeburg ist kein Ort für Fremdenfeindlichkeit und Geschichtsrevanchismus! Mit der Meile der Demokratie wird fast der gesamte städtische Raum bespielt, um einen zivilgesellschaftlichen und entschlossenen Protest gegen den Naziaufmarsch zu demonstrieren.
Das Projekt verbindet fast alle demokratischen Akteure aus unterschiedlichsten Bereichen. Sie symbolisiert den Willen der Magdeburger Bürgerinnen und Bürger, sich Ihre Stadt nicht wegnehmen zu lassen und das historische Andenken selbst zu gestalten.  Die  Landeszentrale für politische Bildung unterstützt das Projekt durch ihre Mitwirkung in der Planungsgruppe, durch die Ausrichtung der Hauptbühne (in Kooperation mit der Landeshauptstadt Magdeburg und dem örtlichen Bündnis gegen Rechts) als auch durch die Koordination der Schulmeile, in der sich Jahr für Jahr 15 – 20 Schulen mit vielfältigen Aktionen präsentieren. Seit 2014 führen die beteiligten Schulen zusätzlich in der Vorwoche der Meile eine Gedenkaktion für die Magdeburger Opfer des Holocaust durch, in der die Stolpersteine der Stadt aufgesucht und die Biographien der dort dokumentierten Opfer des Holocaust gewürdigt werden. Inzwischen haben einige Schulen ganzjährige Patenschaften für die Pflege von Stolpersteinen übernommen, die Meile wirkt so weit über den Tag hinaus in das Gemeinwesen hinein.

Cornelia Habisch
Landeszentrale für politische Bildung

Informationen zur Kampagne

"Hingucken! Für ein demokratisches und tolerantes Sachsen-Anhalt"

Landeszentrale für politische Bildung
Cornelia Habisch, Tel.: 0391/567-64 59
E-Mail 

Im Internetportal können Sie sich über die Arbeit der Kampagne, des Landesnetzwerks und aller Partner informieren, aber auch eigene Aktivitäten einbringen.

Anfragen und Informationen zum Internetportal:

Landeszentrale für politische Bildung
Cornelia Habisch, Tel.: 0391/567-64 59
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