Literatur zum Thema Migration

Hormel, Ulrike; Scherr, Albert: Bonn 2005

Bildung für die Einwanderungsgesellschaft. Perspektiven der Auseinandersetzung mit struktureller, institutioneller und interaktioneller Diskriminierung.

Die Erkenntnis, dass Deutschland zu den sogenannten Einwanderungsländern gehört, ist so alt, wie die Einschätzung, dass sich Migranten den deutschen Gepflogenheiten anzupassen haben, verbreitet ist. Die Schuld für viele Probleme des gemeinsamen Zusammenlebens wurde und wird nur allzu oft der mangelnden Anpassungsfähigkeit der Einwanderer zugesprochen. Erst nach und nach etabliert sich im Bewusstsein der Deutschen die Perspektive, dass auch sie einen großen Anteil für eine erfolgreiche Integration der Migranten und Migrantinnen aufbringen können und müssen.
Die Studie von Ulrike Hormel und Albert Scherr entwickelt hierzu, auf der Basis der Erfahrungen dieser Einwanderungsgesellschaft, eine integrative Programmatik für Deutschland, die den Handlungserfordernissen auf unterschiedlichen Gestaltungsebenen der Schulentwicklung Rechnung trägt. Neben theoretischen Analysen und kritischen Auseinandersetzungen mit bereits existierenden Vorschlägen zur alltäglichen Bildungspraxis, gibt sie einen Einblick in internationale Programme der Menschenrechtspädagogik und entwickelt eine eigene Antidiskriminierungsthese, die sowohl auf bestehende Bildungs-benachteiligungen von Migrantinnen und Migranten eingeht, aber auch die Notwendigkeit antirassistischer interkultureller Pädagogik betont.

Jelloun, Tahar Ben: Berlin 1999

Papa, was ist ein Fremder?

Am 22. Februar 1997 demonstrieren in Frankreich 100.000 Menschen gegen ein Gesetzesvorhaben des damaligen Innenministers Jean-Louis Debré. Artikel 1 des Entwurfs legt fest, dass jeder, der einen Ausländer zu Besuch bekommt, diesen beim Rathaus seiner Kommune melden muss, da sonst eine Anklage wegen Beihilfe zu illegalem Aufenthalt drohe.
Tahar Ben Jelloun beteiligte sich damals –  begleitet von seiner 10jährigen Tochter Mérièm – an diesen Protesten. Mérièm stellte ihrem Vater viele Fragen: warum die Leute demonstrieren, ob es zu etwas gut ist, was die Parolen bedeuten. An diesem Tag begannen die Beiden über Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu reden. Angeregt durch die Fragen seiner Tochter und der gemeinsame angestellten Überlegungen, entstand die Idee zu diesem Buch, das – in der Form eines Dialogs – eine Lanze für Toleranz und Achtung vor dem anderen bricht.
Papa, was ist ein Fremder erklärt mit einfachen Worten und sehr kindgerecht die Bedeutung von Kolonialismus, Diskriminierung, Apartheid, Antisemitismus und anderen Begriffen, die auch für Erwachsene nicht immer selbstverständlich sind.

Migration, Integration und Medien
Mediale Integration ethnischer Minderheiten in Deutschland, den USA und Kanada

Massenmedien, Migration und Integration: Christoph Butterwegge, Gudrun Hentges (Hg.): Wesbaden: VS - Verlag für Sozialwissenschaften 2006

Zuhause fremd. Russlanddeutsche zwischen Russland und Deutschland. Sabine Ipsen-Peitzmeier, Markus Kaiser (Hg.): Bielefeld: transcript 2006

Ethno-Comedy im deutschen Fernsehen. Karin Keding, Anika Struppert: Inhaltsanalyse und Rezipientenbefragung zu „Was guckst du?!“
Berlin: Frank & Timme 2006

Germany in Transit: Nation and Migration 1955-2005. Deniz Göktürk, David Gramling, Anton Kaes (Hg.):. Berkeley: University of California Press 2007