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Literatur zum Thema Rechtsextremismus

Roman Ronneberg, Heike Kleffner, Pascal Begrich, David Begrich, Thomas Weber, Miteinander e. V.: Magdeburg 2007

"Streiten mit Neonazis? Zum Umgang mit öffentlichen Auftritten von Rechtsextremisten"

Neonazistischen Gruppen und der rechtsextremen NPD gelingt es in Sachsen-Anhalt zunehmend, sich öffentlich in Szene zu setzen. Die Erfahrungen zeigen, dass geschulte Neonazis in Diskussionen mit rhetorischen und inhaltlichen Wiederholungen arbeiten. Dies bedeutet, die immer gleiche Aussage rhetorisch so zu variieren, dass die Gesprächspartner/innen ihrerseits jedes Mal erneut zu einer eigenen Argumentation ausholen müssen. Dies verschafft den Neonazis einen nicht einholbaren Gesprächsvorteil.

Einen Ratgeber, wie beispielsweise im Vorfeld einer Veranstaltung zu handeln ist und was man während der Veranstaltung beachten muss, hat der Verein Miteinander e.V. im Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt im März 2007 herausgegeben.
http://www.miteinander-ev.de/
Broschüre als Download: klick >>

Julius H. Schoeps/Gideon Botsch/Christoph Kopke/Lars Rensmann (Hg.)
Verlag Berlin-Brandenburg 2007, ISBN 978-3-86650-640-4

Rechtsextremismus in Brandenburg
Handbuch für Analyse, Prävention und Intervention

Glaser, Stefan; Pfeiffer, Thomas (Hrsg.): Schwalbach/Ts. 2007

Erlebniswelt Rechtsextremismus. Menschenverachtung mit Unterhaltungswert.

Dieser Band und die begleitende CD-ROM gehen Strategien nach, die hinter der eigentlichen Öffentlichkeitsarbeit rechtextremistischer Gruppierungen stehen. Die Autoren analysieren die Musik und Websites der Szene und stellen Methoden und pädagogische Ansätze vor, mit denen in der Bildungsarbeit mit Jugendlichen der kritische Blick auf den Rechtsextremismus geschärft werden kann. 15 Projektskizzen aus der schulischen und außerschulischen Praxis liefern Anregungen und machen Mut, Elemente zu erproben und fortzuentwickeln.

Berg, Heinz Lynen von; Palloks, Kerstin; Seil, Armin: Weinheim und München 2007

Interventionsfeld Gemeinwesen. Evaluation zivilgesellschaftlicher Strategien gegen Rechtsextremismus.

Das hier vorliegende Werk leistet einen wichtigen Beitrag im wissenschaftlichen Diskurs um die offenen Fragen: ob und wie fremdenfeindlicher Gewalt und wachsendem Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft adäquat begegnet werden kann.
Hierfür werden Ansätze des – zwischen 2001 und 2006 in Ostdeutschland erprobten – CIVITAS Programms analysiert.
Das Kernstück der Studie bilden Untersuchungen zu Wirkungsmöglichkeiten und Grenzen von arbeitsfeldspezifischer Projektarbeit in ausgesuchten Kleinstädten und ländlichen Regionen. Vor dem Hintergrund lokaler Bedarfslagen werden Schlussfolgerungen für eine problem-adäquate Förderpolitik formuliert.

Christian Dornbusch, Hans-Peter Killguss: Hamburg 2006

„Unheilige Allianzen, Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus“

Im Schatten des Black-Metal-Mainstreams hat sich eine Underground-Szene aus Bands, Fans und Magazinen entwickelt, die sich zwischen Satanismus, Heidentum und offener Glorifizierung des Nationalsozialismus bewegt. Die Anhänger eines sozialdarwinistisch geprägten Satanismus beanspruchen als selbsternannte ›Elite‹ ein ›Recht des Stärkeren‹ und propagieren die Vernichtung all dessen, was in ihren Augen schwach ist.
Um sich vom Christentum abzugrenzen, begeben sich andere Musiker auf die spirituelle Suche nach ihren ›eigenen‹ Wurzeln. Sie erheben das germanische Heidentum zur Heilsreligion, fordern ein Leben nach vermeintlichen Gesetzen der Natur und die Vertreibung derer, die nicht ihren Vorstellungen entsprechen. Obgleich von der Öffentlichkeit weniger beachtet, haben die extrem rechten Bands des Genres unter dem Label NS-Black-Metal den Schulterschluss mit ihren ›Brüdern im Geiste‹, den neonazistischen Skinheads, längst vollzogen.
Die Autoren recherchieren seit einigen Jahren in der Szene. Sie beschreiben die Entwicklungen des Black Metals und seiner Szene, analysieren die Motive des Genres sowie ihre Verknüpfung mit der Ideenwelt der extremen Rechten und benennen Bands und Akteure, die zum neonazistischen Untergrund in Deutschland und Europa gehören.

Frauke Büttner, Ulli Jentsch, Bianca Klose, Elene Misbach und Eva Prausner,
Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Berlin (MBR): Berlin 2006

Wir haben die Wahl. Empfehlungen zum Umgang mit rechtextremen Organisationen im Wahlkampf.

Das wachsende Interesse rechtsextremer Organisationen, sich aktiv an öffentlichen Veranstaltungen zu gesellschaftlich relevanten Themen (Wahlkampfveranstaltungen der demokratischen Parteien, Podiumsgesprächen und Politiker/innenrunden) zu Wort zu melden, birgt neue Risiken für die demokratischen Spielregeln unserer Gesellschaft.
Mit bewusst moderatem Auftreten versuchen sie, das Bild „ganz normaler“, demokratischer Parteien und Vereine zu vermitteln, in dessen Hintergrund ihre zumeist menschenverachtenden, fremdenfeindlichen und antisemitischen Grundhaltungen verborgen bleiben. Dieses Vorgehen der Rechtsextremen zeigt mehr und mehr Wirkung.
In dieser Broschüre werden Tipps und Empfehlungen gegeben, wie dieser Wolf-im-Schafsfell-Taktik begegnet werden kann, um rechtsextremer demokratiefeindlicher Ideologie keinerlei öffentliche Plattform zu bieten und ihre Wortergreifungsstrategieins Leere laufen zu lassen.
Gerde für unerfahrene Veranstalter öffentlicher Gesprächsrunden ist diese Heft besonders empfehlenswert.

Komplette Broschüre beim mbr-berlin.de als Download: klick >>

„Wir erobern die Städte vom Lande aus!“

Die DVD dokumentiert in 40 Minuten das Portrait einer neonazistischen Keimzelle im Bundesland Niedersachsen, die – der Name ist Programm – gewillt ist, sich ganz bewusst im ländlichen Raum zu etablieren. Von hier aus versuchen die „braunen Rattenfänger“, gezielt Jugendliche in den Bann rechtsextremistischer Ideologie zu ziehen, was anhand der sogenannten Schuloffensive der Neonazis in Verden/Aller und der Entstehung des neuen (Jugend)zentrums Heisenhof in Dörverden anschaulich belegt wird.
Das dramaturgische Moment der Dokumentation ist die gelungene Contrafaktur der fiktiven Figur Sven, einem kurz vor dem Ausstieg stehenden Neonazi, mit realen Filmaufnahmen.
Seine Kommentare setzen sich aus tatsächlichen Aussagen ehemaliger Neonazis zusammen und spiegeln szenetypisch und authentisch den Eintritt, die Erlebnisse und den üblichen Verlauf einer rechtsextremen Karriere.
Neben der Darstellung des rechtsextremen Aktionismus, werden aber auch die Gegenstrukturen (engagierte Jugendliche mit Zivilcourage, ein betroffener Schulleiter und die Mutter eines Neonazis) und die spezifischen Probleme dieser Konfrontation gezeigt.

Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt, Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen (Hrsg.): Braunschweig 2005

Andreas Speit: Mythos Kameradschaft: Braunschweig 2005

„Mythos Kameradschaft - Gruppeninterne Gewalt im neonazistischen Spektrum“

Echten Zusammenhalt und wahre Gemeinschaft: Keine neonazistische Struktur die nicht "Kameradschaft, die mehr als Freundschaft ist" verspricht. Vor allem die "Freien Kameradschaften" und die NPD beschwören den "festen Zusammenhalt". Nur in ihren Reihen könnte ehrliche Kameradschaft gelebt und erlebt werden. Mit dem Versprechen des Erlebens einer "verschworenen Gesinnungsgemeinschaft" werben Kader gezielt um Jugendliche und junge Erwachsene. "Die erzählen immer, dass Kameradschaft wesentlich mehr als Freundschaft ist", berichtet ein Aussteiger. "Das war aber nur eine hohle Phrase", erfuhr nicht nur er. Noch weitere Aussteiger berichten über das Leben in der rechten Szene und dem Erleben von gruppeninterner Gewalt. Denn wo Gewaltfähigkeit und Gewaltbereitschaft zur Politik und Selbstinszenierung einer Gruppe gehören, bedroht sie nicht nur die ideologisch ausgemachten Feinde. Sie richtet sich auch gegen die eigenen "Kameraden“.
Andreas Speit schildert in der Broschüre ausgewählte "Fälle" gruppeninterner Gewalt in der rechten Szene: von Misshandlungen, Vergewaltigungen bis hin zu Morden. Ausführlich wird die Konstruktion des "Mythos Kameradschaft" im Rechtsrock, bei Aktionen und in Magazinen aufgezeigt.

Schroeder, Klaus u.a.: München 2003

Rechtsextremismus und Jugendgewalt in Deutschland: Ein Ost-West-Vergleich.

Die Arbeit von Klaus Schroeder und seinem Team bietet einen umfangreichen Einblick in die düstere Thematik: Rechtsextremismus, Jugendgewalt. In einzelnen Kapiteln werden die historischen Erscheinungsformen rechtsextremer Gruppierungen seit 1945 in Ost und West skizziert, es werden unterschiedliche Erklärungsmodelle für Rechtsextremismus und Jugendgewalt vorgestellt (soziale Bewegung, sozialisationstheoretisches beziehungsweise individualpsychologisches Phänomen) – die in einem ernüchternden Befund enden – sowie eine Zusammenfassung der Resultate aller wichtigen, bisher geleisteten empirischen Untersuchungen geliefert.
In einem zweiten Teil des Werkes werden die Ergebnisse einer eigenen, aber nicht repräsentativen Datenerhebung analysiert. Hierzu wurden insgesamt 899 Schüler unterschiedlicher Schultypen aus verschiedenen Kleinstädten in Ost- und Westdeutschland nach einer eigens entwickelten, standardisierten Methode befragt.

Andrea Röpke, Andreas Speit (Hg.): Berlin 2003

„Braune Kameradschaften“

Nur schlaglichtartig wird in der Öffentlichkeit deutlich, dass sich die rechte Szene in Deutschland nahezu unbemerkt umstrukturiert hat. Während die Zahl der NPD-Anhänger erkennbar zurückgeht, erhalten die autonom agierenden "Freien Kameradschaften" beständig Zulauf. Mit ihrer Hilfe sollen "National befreite Zonen" überall in Deutschland entstehen, in denen die Nazis die eigentliche Macht ausüben.
In acht Reportagen aus dem Innern der Szene berichten die Autoren über die Funktionsmechanismen dieser unabhängigen Kameradschaften und ihre Vernetzung durch regionale Aktionsbüros, die Ursachen der steigenden Gewaltbereitschaft, die finanzielle Absicherung über eigene Unternehmen, die Stellung der Frauen innerhalb der Gruppen und die internationalen Kontakte.

Speit, Andreas (Hg.): Hamburg 2002

Ästhetische Mobilmachung. Dark Wave, Neofolk und Industrial im Spannungsfeld rechter Ideologien.

Rechtsextremes Gedankengut wird insbesondere über die Musik transportiert. Neben ausgewiesenen und prototypischen Musikrichtungen: wie etwa dem Neonazi-Skinhead-Rock; greift rechte Musik mehr und mehr auch auf andere Musikrichtungen über. So werden, mittels Sound, Lyrics und Performance, antidemokratische und antiemanzipatorische Motive verbreitet, die innerhalb dieser boomenden Szene nicht nur toleriert, sondern akzeptiert werden.
Das Sammelwerk Ästhetische Mobilmachung bietet eine vielschichtige Rezeption rechter Ideologien in der sogenannten Independent-Szene. Die Autoren benennen unterschiedliche Motivationen der Akteure und zeigen deren Kontakte zur extremen Rechten auf. Nach einer allgemeinen Darstellung der Schwarzen Szene, werden insbesondere die rechten Labels, Bands und Publikationen analysiert.

Christian Dornbusch, Jan Raabe (Hg.): Hamburg 2002 

„RechtsRock, Bestandsaufnahme und Gegenstrategie“

„RechtsRock“ nahm erstmals die wissenschaftliche Einordnung des Phänomens RechtsRock aus verschiedenen Perspektiven vor. Die AutorInnen zeichnen die Geschichte der rechtsradikalen Musikszene nach, analysieren die aktuellen Entwicklungen, werten die Musiktexte und Fanzines aus, beleuchten die Bedeutung von Internet, gehen der Frage nach, welche Rolle Frauen spielen, und stellen einen internationalen Vergleich an. Im zweiten Teil werden Ideen und Konzepte gegen die Verbreitung rechtsradikaler Inhalte vorgestellt. „Rechtsrock“ ist noch immer ein aktuelles Standardwerk zu einem wichtigen jugendkulturellen Arbeitsfeld Arbeitsfeld.

Integrierte Handlungsstrategien zur Rechtsextremismusprävention und -intervention bei Jugendlichen (pdf)
Broschüre der "Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Berlin", basierend auf langjähriger Erfahrung in der Beratung von kommunalen Jugendfreizeiteinrichtungen, Jugendämtern u.a.m., Berlin 2006
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Vom Rand zur Mitte (pdf)
Rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren in DeutschlandOliver Decker und Elmar Brähler unter Mitarbeit von Norman GeißlerFriedrich-Ebert-Stiftung, Forum Berlin 2006

Rechtsradikalismus/2 (pdf) (1,18 MB)
Helmut M. Artus (Hg.): Ein Überblick über sozialwisssenschaftliche Forschung; Informationszentrum Sozialwissenschaften Bonn